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Der Geldschein lebt, das Plastikgeld boomt, Mobile Payment kommt Zu einem außerordentlich spannenden Streitgespräch über die Zukunft des Bezahlens hatte der hpc in das „Fort Knox“ des Geldes in München geladen. Bei Giesecke & Devrient, einem Unternehmen, das seit 160 Jahren für viele Länder dieser Welt Geldscheine und Wertpapiere herstellt und druckt, stand die Frage im Mittelpunkt ob die gute alte Banknote ausgedient habe.
„Ganz und gar nicht“, sagte Ralf Wintergerst, Leiter der Division Banknote Processing von G&D. Nur jeder zweite Mensch besitze ein Bankkonto, alle anderen seien schon deshalb zwingend auf Bargeld angewiesen. Auch besondere Ereignisse, wie der Hurrikan Katrina, zeigten immer wieder, dass bei plötzlich brachliegender Infrastruktur ohne Papiergeld nichts mehr ginge. Die Menge der sich weltweit im Umlauf befindlichen Geldscheine wachse deshalb von Jahr zu Jahr und heutige Banknoten strotzten geradezu vor eingebettetem Hightech – wie dem von Giesecke & Devrient entwickelten „RollingStar“. Eine weitere spannende Aufgabe für Zentralbanken ist es, die Logistik des Geldflusses zu steuern. Dies ist heute mit Hilfe vernetzter Cash-Center schon möglich.
Bei den Chipkarten räumte Axel Deininger, Leiter der Division Secure Devices, vor fast 30 Teilnehmern ein, dass Deutschland in Bezug auf modernes Design eher konservativ sei. Bei der Sicherheitstechnologie setzten alle Länder bis auf die USA mittlerweile auf den Chip. Wichtigster Treiber dieser Entwicklung sei aktuell China. Hier würden alle Zahlungsverkehrskarten bis 2015 umgestellt. Derzeit verfügten 87 Prozent der zwei Milliarden amerikanischen Geld- und Kreditkarten nur über einen Magnetstreifen und nicht einen sicheren Chip. Dieses Manko würde durch die Tatsache ausgeglichen, dass in den USA jede Kartenzahlung sofort Online verifiziert würde. Auch wenn in Deutschland 82 Prozent aller Zahlungs-Transaktionen noch bar abliefen, steige der Einsatz von Geld- und Kreditkarten – von denen jeder deutsche Bürger 2,3 Stück besitze – kontinuierlich. Bis 2017 wird mit einer weiteren Zunahme von 35 Prozent auf dann rund 16 Milliarden Karten weltweit gerechnet. Beim Design hätten die Asiaten die Nase vorn, etwa mit transparenten Chipkarten, Deutsche Anbieter seien da eher noch konservativ. Und wenn es auch äußerlich nicht erkennbar sei, hätten sich die Sicherheitsmechanismen gegen Hacker und Co im Plastikgeld ständig verbessert. Alleine die Rechnerleistung der Karten hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Ein Kartenchip könne heute mehr als die Apollo 11 bei der ersten Mondlandung.
„Das Bezahlen mit dem Smartphone kommt schon in den nächsten Monaten“ prognostizierte Dr. Kai Grassie, Chief Technology Officer des Unternehmens und Mitglied im Beirat des hightech-presseclub. Der sogenannten Near Field Communication räumte er die besten Chancen ein, beim sogenannten „Hinhalte-Bezahlen“ das Rennen zu machen. Mit rund zwanzig Großkunden in aller Welt habe G&D bereits Verträge geschlossen, die Technologie werde gerade ausgerollt. Giesecke & Devrient hat zudem ein Konzept entwickelt Smartphones noch besser zu schützen: ein eigenes „gekapseltes“ Betriebssystem, das sich neben dem vorhandenen per Chip in jedes Smartphone integrieren lasse, sorge für Sicherheit, die der einer modernen Chipkarte entspreche und gleichzeitig für ein einfaches Handling. Technologische Vorreiter seien die Samsung-Modelle Galaxy 3 und 4.
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